Georgien ist ein kulinarisches Wunderland.

Die georgische Küche ist eine der ältesten und abwechslungsreichsten Küchen der Welt.

Heute wird sie sogar als touristische Attraktion angepriesen.
Die georgische Küche kennt eine Unmenge von Gerichten und ist, gemessen an der Vielfalt der Auswahl, die abwechslungsreichste im ganzen Kaukasus.

Das Klima in Georgien erlaubt neun Monate im Jahr verschiedenes Sorten am frischem Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen bereit zu halten.

Die meistem von ihnen werden getrocknet oder mariniert, so dass insbesondere die Gewürze außerhalb der Saison in all ihrer Vielfalt zur Verfügung stehen. Ein oft in der Küche genutztes Gewürz ist Koreander.

Doch von Kräutern allein wird der Mansch nicht satt, weshalb Fleisch in der georgischen Küche eine ebenso wichtige Rolle spielt. Es gibt beliebte Gerichte aus Schwein, Rind oder Hammel, dazu kommen Hirsche, Bergziegen, Hasen, Kaninchen, Wachteln und Fasanen.

Die Tiere werden überwiegend frei gehalten und sind deshalb nicht auf chemisch angereichte Futter angewiesen.

Dazu kommt Fisch aus dem Schwarzen Meer oder den Flüssen und Seen der kaukasischen Berge.
Die georgischen Gerichte unterscheiden sich in jeder Provinz geschmacklich voneinander. Besonders Pikant mögen es die Westgeorgier, die Schweinefleisch bevorzugen, etwas milder ihre östlichen Landsleute, die mit Rind und Hammel vorliebnehmen.

Unter den georgischen Fleischgerichten hat es vor allem eines, auf georgisch ’’Mzwadi’’ , zur Weltberühmtheit gebracht – allerdings unter seinem russischen Namen: Schaschlik.

Die eigentliche Heimat des Schaschliks ist Kachetien, wo er auch heute noch am besten schmeckt.

Obgleich es in Tbilisi auch Hamburger-, Kebab- und Pizzarestaurants gibt, hat ausländische Küche kaum Eingang in die georgische Esskultur gefunden.
Die georgische Küche hat des Weiteren eine wichtige Bedeutung in der georgischen Gesellschaft.
Das sogenannte georgische Gastmahl (auf georgisch Supra) ist eine kulturelle Institution. Um sich zu einem Gastmahl zusammenzufinden, ob daheim oder in einem der zahlreichen Restaurants, braucht es keinen besonderen Anlass, obwohl es auch solche gibt – Geburtstage, Feiertage, Hochzeiten, die Geburt eines Kindes, der Besuch von Freunde oder deren Freunden -, ein Gastmahl wird dann abgehalten, wenn die Seele danach verlangt.

Zu einem Gastmahl gehören Unmengen verschiedener Gerichte und Wein, der nie ausgehen darf.
Der wichtigste Bestandteil, sein eigentlicher Geist, sind die vor jedem geleerten Glas ausgebrachte Trinksprüche.

Der Dirigent der Trinksprüche ist der wichtigste Mensch am Tisch – der Tamada (Tischmeister). Ihm, der von der Tafelrunde vor dem Beginn des Mahls bestimmt wird, obliegt es, das Thema ebenso wie das Tempo der Trinksprüche zu bestimmen. Er lenkt das Geschehen am Tisch, bringt Trinksprüche aus und - um die Übersicht zu behalten - wählt sogar einen Stellvertreter. Von ihm wird verlangt, dass er sein wichtigstes Instrument, die Sprache, virtuos und in allen poetischen und philosophischen Nuancen beherrscht, dass er gebildet ist, witzig und klug, um den Austausch die Richtung zu geben.

Die Trinksprüche sind im Allgemeinen keine flapsigen Bemerkungen, sondern werden von jedem, der an dem Tisch sitzt, ernst genommen und wiederholt; zum Teil variieren die Trinksprüche, da jeder auch etwas Neues dazu sagen kann.

So wird vor allem auf den Gastgeber und die Gäste, die am Tisch sitzen, deren Kinder und Verwandte bzw. deren Verstorbenen, auf Gott und seinen Sohn, sowie auf das Land Georgien und auf die Vergangenheit des Landes, auf die Liebe und die Frauen, auf die Kinder und die Alten, auf die Wechselfälle des Lebens, auf Wein und die Freundschaft, auf alles, was das Herz erfreut getrunken.

Jeder Trinkspruch ist aus dem Herzen gesprochen, und oft paaren sich die Weisheit mit Humor, Poesie mit Esprit. Im Verlaufe des Abends werden die Reden länger und häufig wird in den Pausen gerne gesungen.

Zwischendurch werden in einem Zuge Trinkhörner geleert, die bis zu einem oder mehreren Liter Wein fassen. Man ruft sich ’’Alawerdi ’’ zu, was bedeutet, dass der von einem Gast vorgebrachte Trinkspruch von einem ihm benannten anderen Gast weitergesponnen wird.

Tischsitten - Nach jedem Spruch wird das Glas vollständig geleert und nachgeschenkt. Wer nicht mehr trinken will, zeigt es, indem er das volle Glas stehen lässt. Dass der Gast ein volles Glas stehen lässt wird nicht als Unsitte angesehen, sondern von dem Gastgeber akzeptiert.

Durch diese und andere Rituale dauert das Supra in der Regel mehrere Stunden, was von allen Beteiligten auch für angemessen empfunden wird.

Es gilt: Je wichtiger der Anlass oder die Gäste sind, desto traditioneller sind die Gerichte. Dabei wird stets im Überfluss serviert. Dies symbolisiert die Großzügigkeit des Gastgebers.

 

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