Georgien gilt als Wiege des Weinbaus. 

Mit seinen 500 einheimischen Rebsorten (von insgesamt 4000 auf der Welt bekannten) und seiner ca. 7000 Jahre langen Geschichte gehört Georgien zu den Erschaffern des heiligen Getränkes.

Bereits Homers Schriften zeugen davon, dass in der Polis, dem Gebiet des heutigen Georgien, der Weinbau entstand.

Die Klimatischen und geografischen Bedingungen erlauben es, fast überall im Land Wein anzubauen. 2005 wurde die Rebfläche auf 60.000 ha geschätzt.

In Georgien werden vier verschiedene Weinbauregionen unterschieden. Es handelt sich um Kachetien im Südosten, Kartlien im Mtkwari-Tal, Imeretien im Osten und Ratscha-Letschchumi und Niederswanetien im Nordosten des Landes.

Die größten Weinplantagen liegen in Ostgeorgien, gerade Kachetien ist ein Herzland des Weinanbaus.
Die Namen der Weine leiten sich von den Anbaugebieten ab so wie Mukuzani, Tsinandali oder Khvanchkara. Und Saperavi, Rkatsiteli, Mtsvane - so und ähnlich heißen die robusten georgischen Reben.

Die georgische Tradition verbietet den Verschnitt von Weinen verschiedener Sorten und Herkunftsorte, weshalb sich hinter jedem Namen eine teilweise über die Jahrhunderte reichende Kontinuität des Geschmacks und Aromas verbirgt, die nur von den meteorologischen Bedingungen der einzelnen Jahrgänge beeinflusst wird.

Noch heute ist Wein als Bestandteil der Kultur in keinem transkaukasischen Land so weit verbreitet wie in Georgien. Hier haben selbst die Grabsteine der Nationalhelden die Form von Reben und Trauben.
Kartlis Deda (Mutter Georgiens) ist eine Monumentalstatue in der Hauptstadt Tiflis. Sie symbolisiert die Stadt Tiflis und hält eine Schale Wein für die Freunde in der linken Hand, ein Schwert gegen die Feinde in der Rechten.

Weinkultur und die Geheimnisse des Weinkelterns sind in Georgien durch tausende von Jahren hindurch erhalten und praktiziert worden. Ein Zeugnis hierfür sind zwei spezielle georgische Verfahren der Weinherstellung, das imeretische und das kachetische Verfahren.



Die Verarbeitung des Weines geschieht in den kleineren Betrieben nach althergebrachten Traditionen. Die Weintrauben werden frisch vom Weinberg in einen im Weinkeller (genannt Marani) aufgebockten Bottich geschüttet, dessen Abflussloch mit einem Pfropfen verschlossen ist.
Je nach Grösse des Bottiches steigen ein oder mehrere Helfer in den Bottich und stampfen die Trauben mit ihren Füßen.
Wenn die Trauben ausgepresst sind, wird der Saft, Matschari genannt, einige Tage stehen gelassen. Wenn die Gärung einsetzt, wird der Saft in gläserne oder porzellanene Gefäße gefüllt, bis der Gärungsprozess abgeschlossen ist.

Den Jungwein gießt man nun in Quevri. Diese Tongefäße sind in die Erde eingelassen und besitzen ein Fassungsvermögen von 10 bis 100 Litern in Kleinbetrieben und von bis zu 2000 Liter in größeren Weingütern. Nur der Hals ragt aus dem Boden.

 Weinkeller-auf georgisch MaraniSie werden mit einem Stein versiegelt, der mit Ton und Holzasche abgedichtet ist, damit kein Schimmelpilz eindringt. In diesen irdenen Gefäßen bleibt der Wein, bis er ausgereift ist.

Der Tag, an dem der junge Wein in die Kwewri gefüllt wird, ist ein Feiertag, den man überall, wo Wein angebaut wird, überschwänglich und phantasievoll begeht.

Eine weitere Tradition richtet sich nach dem Lebenszyklus: Wenn ein Junge geboren wird, füllt man einen Quevri mit jungem Wein. Jahre später, wenn der herangewachsene Mann eine Frau gefunden hat und heiratet, kredenzt man den Wein zu seiner Hochzeit.

 


 

Tel: +49 30 42027171
Fax: +49 30 42027172
Mo - Fr 11-19 Uhr
  • 50 Jahre Partnerschaft: Dresden und Petersburg feiern

    St. Petersburg. Eine hochkarätige Delegation aus Dresden weilt vom 2. bis 5. Oktober in der Newa-Metropole. Der 50. Jahrestag der Städtepartnerschaft wird mit Veranstaltungen zu Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur begangen. mehr...

     
  • Putin erzählt von Schröders Adoptionen in Russland

     

    Moskau. Am gestrigen ersten Schultag in Russland hat Regierungschef Wladimir Putin überraschend und detailliert von der Adoption eines Mädchens durch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder 2004 erzählt. mehr...

     

     
  • Petersburger wollen Putins Hund ein Denkmal setzen

    St. Petersburg. Ein Petersburger Gärtner sucht Sponsoren für die Errichtung eines Denkmals für Putins Labradorhündin Cony. Bei dem Monument handelt es sich um eine lebensgroße Darstellung der Hündin, umgeben von acht tollenden Welpen. mehr...